Mini Serie: Boom des mobilen Internets – Teil 2

Im zweiten Teil der Serie geht es um die Ursachen für den Boom des mobilen Netzes.

Im Wesentlichen sind die folgenden Punkte als Wachstumstreiber des mobilen Internets zu bezeichnen:

  • Schnellere Übertragungstechnologien
  • Neue Endgeräte
  • Günstigere Tarife

Schnellere Übertragungstechnologien

Kein Geheimnis: Das schnelle Laden von Inhalten macht das Surfen unterwegs überhaupt erst attraktiv. Hohe Verbindungsgeschwindigkeiten sind seit den Mobilfunkstandards der dritten Generation (3G, in Europa in Form von UMTS) verfügbar geworden.

Der Mobilfunkstandard der 2. Generation (2G, eingeführt 1992) war noch primär für die reine Sprachübermittlung ausgelegt. Dies zeigte sich an den sehr geringen Datenübertragungsraten sowie an der zeitbasierten Abrechnung für die Nutzung mobiler Datendienste.  So hätte beispielsweise das Herunterladen von Musikstücken eine Ladezeit von über 15 Minuten pro Lied erforderte und Kosten von über 25 Euro verursacht.

Im Jahre 2000 folgte eine Weiterentwicklung des 2G Standards in Form eines neuen Standards für die Datenübertragung. Der GPRS Standard als auch der EDGE Standard setzen auf eine paketvermittelte Datenübertragung. Neben mehr Geschwindigkeit bedeutet dies die Ermöglichung von volumenbasierter Abrechnung von Datendiensten – eine wichtige Grundlage der heute gängigen Tarife.

Mobilfunkstandards

Der 3G Standard bringt in Bezug auf die Datenübertragung nochmals einen erheblichen Geschwindig-keitszuwachs. Die höheren Datenübertragungsraten ermöglichen Geschwindigkeiten, die annähernd denen von Breitbandverbindungen entsprechen.

Neue Endgeräte

Ja, man könnte dieses Thema eigentlich auch mit dem namen „iPhone“ abhaken. Doch Smartphones gab es auch schon  vor dem iPhone, und erst recht nach dem iPhone.

Diese neue Gattung mobiler Endgeräte ist konsequent für den mobilen Zugriff auf Datendienste entwickelt worden. Zudem sind die Endgeräte gleichzeitig wesentliche Treiber der Datendienste, wie das Beispiel des iPhones verdeutlicht: Gemessen am Datenvolumen lag im November 2009 der Marktanteil des iPhones weltweit bei 55% (AdMob). Der hohe Anteil an der mobilen Internet-Nutzung ist dabei vor dem Hintergrund zu sehen, als dass der Marktanteil des iPhones gemesen an der Stückzahl weltweit im 2. Quartal 2009 bei nur 2% lag. Es wird also deutlich, dass die Nutzung der Datendienste von der Verfügbarkeit geeigneter Endgeräte abhängt.

Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil der Smartphones an den Mobiltelefonverkäufen in Zukunft stark ansteigen wird. Laut einer Studie von TNS Infratest (2010) planen rund 45% aller Deutschen den Kauf eines neuen Mobiltelefons in 2010. Die Absatzzahlen der Smartphones werden Prognosen zu Folge in 2010 um 46% auf 8,2 Millionen Stück wachsen (Bitkom 2010).

Damit werden immer mehr Mobilfunknutzer über ein Endgerät verfügen, dass die Nutzung mobiler Datendienste ermöglicht bzw. deutlich erleichtert.

Günstigere Tarife

Ein weiterer Faktor für die Akzeptanz mobiler Datendienste ist die Entwicklung der Tarife: Die Preise für mobile Datendienste sind seit Einführung des UMTS Dienstes kontinuierlich gesunken. So betrug der durchschnittliche Preis für einen Megabyte Datentransfer im Jahr 2009 10 Cent, im Jahr 2007 waren es noch rund 40 Cent.

Neben den Abrechnungsmodellen nach Volumen oder Zeit dominiert zunehmend das Flatrate Modell, bei dem eine nutzungsunabhängige Pauschale zu entrichten ist. Dies macht die Kosten für die Nutzer transparent, Kostenfallen und böse Überraschungen können so weitestgehend vermieden werden.

Es sei denn, man surft im Ausland…

Darum gings in Teil 1

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