Worum gehts?

Mobile Datendienste gelten als Hoffnungsträger der Mobilfunkbranche sowie der Medienbranche, die sich ansonsten mit Marktsättigung und rückläufigen Umsätzen auseinandersetzen müssen.

Aber auch der Markt für die reine mobile Datenverbindung ist von intensivem Wettbewerb und Pauschaltarifierung geprägt. Ökonomisch hat das zur Folge, dass der explodierenden Nutzung des mobilen Internets lediglich konstante Einnahmen pro Kopf gegenüberstehen. Die Kosten, die enstehen um der stetig steigenden Nachfrage nach mobiler Übertragungskapazität gerecht zu werden, steigen jedoch weiter an (Erlös-Kosten-Schere).

Die Medienunternehmen wiederum sind im Netz mit der „Kostenlos-Kultur“ konfrontiert, die sie dereinst selbst etablierten.

Um an dem Geschäft mit der steigenden Nutzung von mobilen Inhalten und Services möglichst weitgehend zu profitieren, versuchen derzeit alle relevanten Akteure der Wertschöpfungskette, sich in Stellung zu bringen.

Die Endgerätehersteller bieten zunehmend eigene digitale Services an, wie zum Beispiel Apple mit dem „App-Store“ sowie „iTunes“, und auch Nokia mit dem Dienst „Ovi“. Die hier angebotenen Inhalte stehen in Konkurrenz zu den Content-Angeboten der Netzbetreiber (Musik-Downloads, Programme).

Genauso bieten auch die Content-Anbieter und Aggregatoren aus dem Netz (Google, Facebook, Yahoo! usw.) eigene Onlinedienste an, die unabhängig von den jeweiligen Mobilfunkbetreibern über mobile Datenleitungen nutzbar sind. Google hat sich bereits in den Markt für Endgeräte vorgewagt, und versucht einen eigenes mobiles Betriebssystem (Android) als Standard durchzusetzen.

Diese Entwicklungen bergen für die Mobilfunkanbieter das Risiko, zu reinen Datenleitungen zu verkommen (sog. „Dump Pipes“). Die Wertschöpfung würde sich in diesem Worst-Case Szenario auf die reine Datendurchleitung reduzieren, während das Geschäft mit digitalen Diensten und Content sowie Werbeeinnahmen anderen Marktteilnehmern überlassen wird.

Diese Entwicklung ist auch für die klassischen Medienunternehmen Anlass, ihr Geschäftsmodell zu modifizieren, da andere Player zunehmend die Kontrolle über das Werbegeschäft im mobilen Netz übernehmen.

Desweiteren steigt die Abhängigkeit von App Stores, die zunehmend die Rolle von Content Aggregatoren übernehmen und für die Erzielung hoher Reichweiten im mobilen Netz unverzichtbar werden. Wie viele dieser an Smartphone-Plattformen wie iOS und Android gebundenen Systeme langfristig bestehen können, bleibt abzuwarten.

Dieser Blog wird über die weitere Entwicklung berichten!

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Autor:

Peter von Aspern, geboren in Hamburg, Diplom-Volkswirt.

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